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Teufelstier

Meine Schwester war der Liebling der Familie. Sie setzte sich für Tiere ein, machte viel ehrenamtlich und war von allen geliebt und geachtet. Sie und ihr Rabe Abraxas waren unzertrennlich. Sie hatte ihn vor Jahren verletzt im Wald gefunden und mitgenommen. Seitdem fliegt er täglich zu ihr. Ich hasse mein Schwesterchen. Um mich kümmert sich keiner. Immer steht sie im Vordergrund. Sie kann dies, sie kann das und ich bin der vergessene Schatten. Jahre lang lief ich durch die Hölle. Drogen, Diebstahl, Mord. Und niemand half mir. Meine Schwester war schuld. Ich war dem Ende ausgeliefert wenn das so weiter geht. Doch dem wollte ich nun ein Ende setzen. Am nächsten morgen rief ich sie fest entschlossen an und lud sie auf einen Tee ein. Glücklich über meine Einladung machte sie sich mit ihrem Raben im Schlepptau auch gleich auf den Weg und stand kurze Zeit später schon vor meiner Tür. Ich bat sie herein. Sie setzte sich auf meine Couch, während ich in der Küche verschwand. Ich kniff die Augen zusammen. Ich wusste, dass nun alles besser wird. Der Tee war fertig. In ihre Tasse tat ich Gift rein. Sie sollte für immer schweigen. Ich goss den Tee ein und gab ihr die Tasse mit der tödlichen Mischung. Sogleich trank sie. Draußen klopfte der Rabe mit dem Schnabel an die Scheibe und schlug wild mit den Flügeln. Nicht auszudenken, wenn sie die Warnung von diesem Federvieh verstehen würde. Nach einer Weile schloss mein Schwesterchen die Augen und wachte nie wieder auf. Seit diesem Tag sitzt der Rabe vor meinem Fenster. Wie ein kleiner schwarzer Dämon, der mich leiden sehen will. Als ich gegen die Scheibe schlug um ihn zu verscheuchen, klopfte er mit seinem Schnabel 3 mal dagegen. Ich ließ Rabe Rabe sein und legte mich schlafen. Ich träumte von meinem Tod und Abraxas, der auf meinem Leichnam saß und sich an mir labte. Am nächsten Tag, als ich ins Bad schlurfte, saß dort an der Scheibe wieder der Rabe. Als ich näher trat um ihn anzuschauen tippte er wieder gegen die Scheibe. Dieses Mal doch nur 2 mal. Ich zuckte zusammen. Ich hatte Angst mein Haus zu verlassen. Er sah aus, als würde er mir die Augen ausstechen wollen . Ich legte mich früher schlafen, da mich fürchterliche Kopfschmerzen plagten. Am nächsten Tag rannte ich runter und sah den Raben, der ein mal gegen die Scheibe klopfte. Ich öffnete das Fenster und bewarf ihn verzweifelt mit Steinen, damit er mich endlich alleine lässt aber das dumme Vieh flog in meine Wohnung und setzte sich auf meine alte Standuhr. Was ich auch tat, ,der Rabe blieb wo er sich niedergelassen hatte. 'Wieso klopfst du nicht mehr gegen die Scheibe? Ist es dir zu kalt draußen?', schrie ich ihn an. Ich stotterte. Meine Hände zitterten und der Blick des Rabens ließ mich erstarren. Ich konnte nicht schlafen gehen. Nicht wo ich ihm ausgeliefert war. Die alte Uhr schlug 00:00 Uhr und kündigte den Samstag Morgen an. Plötzlich machte sich ein stechender Schmerz in meiner Brust breit. Mit aufgerissenen Augen sank ich auf meine Knie und ächzte mit letzter Kraft: 'Du Teufelstier!'
5.10.14 16:33
 
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