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Ein weiser Mensch sagte einst: "Krankheit spürt man, Gesundheit nicht." Und ich spürte diese Krankheit. Schleichend wie eine Schlange und gar genau so giftig. Reißt mich mit sich und wringt mich aus. Das also ist mein Leben und dies meine Geschichte.

Die Sonne stand tief am Horizont, ringte mit dem dichten Geäst der Bäume und machte Schattenspiele, die man auf dem ganzen Boden als Muster sah. Die Gräser waren in einem warmen Orange getaucht und bewegten sich im Takt des Windes. Nichtmal meine Gitarre konnte den wundervollen Klang der Symphonie der Natur übertreffen. Es war der erste Ferientag. Ich saß am Waldrand und ließ von der Sonne mein Herz erwärmen.
In der Ferne sah ich zwei Mädchen mit einem Hund, der um ihre Beine tanzte. Die Gestalten würdigten mich keinen Blickes. Nur der Hund rannte zu mir und gab mir einen feuchten Stupser mit seiner schwarzen Nase, bis er zurückgerufen wurde. Genau das ist es, was mich stört: Ich bin nicht alleine aber so einsam. Ich stieß einen tiefen Seufzer aus, schulterte meine Gitarre und verschwand mit der Sonne hinter den Bäumen.
Daheim war alles still. Als ich durchs Fenster schaute, sah ich meine Mutter auf dem Sofa sitzen, in einem Meer aus Tränen. Ich hörte ihre Stimme in meinem Kopf die sagte: "Hör auf die ganze Zeit alleine zu sein, sei mehr bei deiner Familie!". Ich denke, eines Tages wird sie verstehen, warum ich lieber für mich war. Das ist nur ein Thema der Akzeptanz.
In meinem Zimmer war alles dunkel. Ich stellte meine Gitarre in die verstaubte Ecke, machte mir ein Bier auf und steckte die Zigarette an. Durch die Schlitze der Rolläden sah ich den Rauch langsam aufsteigen und sich malerisch im Raum verteilen. Ich erinnerte mich daran, wie mein Ex die Vorhänge immer aufmachte, wenn er bei mir war. "Damit du was siehst", sagte er stets. Doch ich sehe alles, was ich sehen will. Es ist alles in meinem Kopf, eine Oase, ein Palast. Meine Therapeutin meinte einst, dass man sich einen Wohlfühlort zum Mitnehmen anlegen sollte und sie hatte recht. Es tat gut, in meiner Welt zu leben. Zwar ist letztendlich das Denken selbst eine der größten Krankheiten, doch wenn ich mich manchmal so umsehe, möchte ich gar nicht gesund sein.
Ich hörte wütende Rufe und laute Schritte und ich wusste, dass meine Mutter einen Anruf von der Schule bekommen hatte. Meine Versetzung war erneut gefährdet. Ich schloss meine Zimmertür zu und presste das Kissen an meine Ohren. Da war sie, die Ohrenbetäubende Stille, die ich hasste. Sie war nicht gesund, nicht hilfreich. Sie war da und war lauter als jede Musik eines Rockkonzertes, auf dem ich je war. Sie umhüllte mich wie ein Mantel aus Dornen, Gab mir einerseits Schutz und andererseits die Krankheit. Depressionen waren es, die mir mein Leben erschwerten oder mich zu dem machten, was ich bin. Ein Schatten. Ein Beobachter des Universums, ein Poet. Aber auch jemand, den man übersieht, den man nicht will. Ich bin eine Nebenwirkung des Lebens. Ich spürte, wie eine Träne sich den Weg über meine Wange bahnte, wischte sie weg und stieg aus dem Fenster. Und nach ein paar Minuten stand ich da, am Bahnübergang. Menschenleer und dunkel ruhte er hier. Ich fragte mich oft, wie viele Menschen hier schon starben und wann ich an der Reihe war. Und mit jedem Mal, wo ich von diesem Ort wieder lebendig gehen konnte, fühlte ich ein wenig Stolz und Mut. Ich lehnte mich an einen Stromkasten und schloss die Augen. "Nemo ante mortem beatus - Niemand ist vor seinem Tode glücklich", flüßterte ich. Denn das ist es, was dort an dem Kasten stand. In Blut geschrieben - meinem Blut.
18.2.17 10:47


Tico Amor Lovi
17.2.17 11:56


Und wenn die Vögel auch noch so schön singen und die Sonne mein Herz erwärmt, so reißen mich die kalten Arme des Schicksales doch immer wieder mit nach unten ins Nichts.
Die schwersten Unfälle passieren beim Zusammenprall mit der Wirklichkeit.


Meine Mutter ist vom Krankenhaus in die Klinik, mein Vater hatte einen Unfall und muss nun zahlen und ich darf den Haushalt schmeißen.
Die schwersten Unfälle passieren beim Zusammenprall mit der Wirklichkeit.
Ich kann nicht schlafen, ich kann nicht reden, ich kann nicht mehr leben. Oft die Schule geschwänzt um daheim was zu reißen, um arbeiten zu gehen und zu putzen. Um Geld nach Hause zu bringen und meinen kranken Bruder zu pflegen.
Wann darf ich wieder die Augen schließen und lächeln? Wann darf ich mich wieder über die Sterne erfreuen?

Ich könnte stundenlang mich nachts in den gestirnten Himmel vertiefen, weil mir diese Unendlichkeit fernher flammender Welten wie ein Band zwischen diesem und dem künftigen Dasein erscheint.
16.2.17 00:15


Streit; Tränen fließen, Worte fallen, rausgeschubst, ins Zimmer gelaufen, Tür zu, Tränen weg, Gitarre schnappen und raus.

Die Luft ist kühl, doch friere ich nicht. Ich atme das Leben ein, atme es aus und lasse die Nachricht in mir. Die Sonne wärmt mich und lässt mein Herz erblühen. Der Schnee weicht und lässt den ersten Grashalmen den Platz, die von der großen hellen Scheibe ins Spotlight gerückt werden.
Ich schließe die Augen und setze mich hin. Eine Hand auf den Boden. Ich spüre die Erde, wie sie arbeitet. Ich höre das raschelnde Laub, kämpfende Äste um wärmende Sonne, Vögel, die ihr Frühlingslied zum Besten geben.
Ich gehöre zu diesem großen Ganzen und bin dankbar dafür, dass mich die Natur annimmt. Noch vor kurzer Zeit waren andere Schatten mit mir hier, die meinen Weg nun nicht mehr teilen oder ganz gegangen sind. Ich trauere nicht. Es ist okay so, wie es ist.
Ich trage für sie die Sonne im Herzen und gebe sie an die Leute, die sie brauchen. Für Leute mit einem schlechten Tag, mit bösen Nachrichten oder Dunkelheit. Ich gebe diese Flamme in mir an Leute mit Leid, Problemen.
Ich gebe dieses Licht an dich.
27.1.17 16:26


Was würde ich mit einem Lottogewinn machen?

Ein Mensch hat viele Träume. Doch einer ist stärker als jeder andere.

Der Traum von Freiheit.

Nun, zuerst würde ich mir einen Wolfshund kaufen, vielleicht auch einen handaufgezogenen Raben. Dann nur das nötigste einpacken, einen Jeep mieten und mit ein paar engen Freunden los. An alle Orte, die ich sehen will. Finnland, Polen, Japan, Amsterdam, Island, vielleicht auch warme Gegenden.
Abends sitzen wir dann am Feuer, erzählen Geschichten, lachen. Ich begleite alles mit Gitarre und Buch, schreibe mein Leben nieder. Ich will meine Freude und mein Leid teilen. Ich will mit den anderen lachen, weinen, streiten, versöhnen. Ich will Bilder machen, vom Regen mich berieseln lassen. Ich will die Erde spüren, die Sterne sehen, die Polarlichter anschauen, Tiere beobachten. Ich will die Welt sehen, spüren, riechen, festhalten und sichern. Ich würde leben, jeden Atemzug genießen. Und wenn ich heimweh habe, komme ich zurück.
Dann ist der große Traum vorbei und das Zahnrad der Zeit schleppt mich wieder mit. Doch die Welt bleibt dennoch stehen.
25.1.17 00:41


'Habe ich das gerade wirklich getan?', flüsterte sie leise und schaute dem huschenden Schatten von großer Statur hinterher, der vom Schnee langsam verschluckt wurde. Sie legte sich ins Bett und seufzte tief. Auf diese Ebene sollte das ganze nie sein. Es war okay, dass es immer einseitig war. Aber nun? Nun war es das nicht mehr - oder doch? Oder benutzte er sie nur? Was war sie für ihn?
Sie rappelte sich auf und ging nach draußen, schaute den zugeschneiten Spuren vergangener Nacht hinterher.
Was für eine wundersame Welt. Traum und Realität sind zwei Geister, die wie Schneeflocken in dem Moment um sie herumschwirrten und die Welt stand wieder still.

15.1.17 18:04


Der Tod ist nicht der größte Verlust im Leben. Der größte Verlust ist das, was in uns stirbt, während wir leben.
15.1.17 16:38


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