lost-my-brain

lost-my-brain










Links














Too often, it is easy to forget that which we cannot see.
12.8.17 00:26


Wie es mir heute geht? Ich weiß es nicht. Ich glaube, ich weiß wieder, warum ich versuche, Leute zu schützen, indem ich untertauche und den Kontakt abbreche. Wenn mir eine Person viel bedeutet, begebe ich mich auf ihre Ebene. Widme ihr mein Leben und mein Dasein. Und manche Leute, wissen nicht was sie tun, wenn sie anders sind. Wenn sie sich komisch verhalten. Und ich gebe ihnen nicht die Schuld dafür, dass mich das mitnimmt und beeinflusst, nein. Ich gebe mir die Schuld, dass ich so bin, wie ich bin. Denn ich hasse es.

Meine Mutter ist wieder in der Klinik und hat bei unserem Besuch nur geweint und gesagt, dass sie raus wolle. Sie wollte sogar wie ein kleiner Hund, den wir gerade ins Heim gegeben haben ins Auto mit und nach Hause. Ich denke, sie haben ihr nun höhere Medikamente gegeben, denn nachdem sie aus dem Arztzimmer kam, war sie ein wenig ruhiger und müde. Ich hoffe, dass es ihr gut tut letztendlich. Ich will keine normale Familie mehr, um Gottes Willen, nein. Aber ich kann es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren wenn ich weiß, dass einen Raum unter mir meine Mutter sitzt und den ganzen Tag weint.
Nun und jetzt geht es mir auch wieder schlechter. Ich weiß nicht, was mit ihm los ist. Ich habe das Gefühl, dass ich egal bin und alles falsch mache. Dass er mit mir nicht umgehen kann, was viele nicht können. Nicht mal ich selbst. Und ich weiß, dass es mir das Herz zerreißen wird, wenn sich das nicht ändert. Ich habe wieder das Gefühl, dass ich ihn schützen muss. Dass ich gehen muss. Ganz gehen. Dabei lief es doch alles jetzt so gut. Dabei war doch alles okay. Ich habe mir den ganzen Tag nun vorwürfe gemacht, überall geschaut und gefragt, ob er da ist und ob er sich anders benimmt um zu schauen, ob es ihm schlecht geht oder ich schuld bin. Vielleicht mache ich mir wieder zu viele Gedanken aber so bin ich eben und ich wünschte, ich könnte meinen Kopf ausschalten. Ich wünschte, ich könnte wieder durchschlafen. Ich wünschte, ich würde im See schwimmen und langsam versinken.

Ich habe mein Handy ausgeschaltet. Ich denke, es ist besser, wenn man Ruhe vor mir hat und ich niemanden mehr schreiben kann fürs erste. Ich denke, ich gehe jetzt erstmal raus und schaue mir einen Film an oder so. An unserem Tag. Fuck.

3.8.17 20:58


Ich merke immer wieder, wie schnell ich mich vor allem verschließe. Kann dann nichts mehr machen, bin nicht mehr ansprechbar, bin einfach weg. Vielleicht bin ich in dem Moment gerade in den Lüften. Ein Vogel, der seine Beute jagt und vom Wind hin und her geschubst wird. Vielleicht bin ich aber auch die kleine Maus, die gerade um ihr Leben rennt.Ich bin möglicherweise der Wind, der Weg, der große Baum am Ende der Straße, der für so viele ein Zuhause ist. Als ich die Augen wieder öffnete, stand ich schon an diesem einen Feld. Dort, wo die Welt ein eigenes Lied singt und dich auffordert, ein wenig mitzusingen. Der Wind spielt mit deinen Sorgen und Ängsten, bis du diesen Platz verlassen musst. Er lehrte dir, dass du die schlechten Menschen ziehen lassen musst und die, für die es Zeit war zu gehen. Er erklärt, dass alle nun auf verschiedenen Böen mit ihm wehen und so immer eine gute Spur hinterlassen. Manche sind voller Wut und pusten Menschen und Häuser um, andere bringen uns die nötige Energie und helfen uns bei der Saat. Er lockte mich schon oft und bat darum, dass ich auch zu ihm komme; doch ich lehnte ab. An Tagen wie diesen wünsche ich mir, dass ich nicht abgelehnt hätte. In dem Moment wachte ich auf und stand am Bahnhof, wo mein nächster Zug in Richtung Wunstorf ging.
16.6.17 07:31


Nun bin ich schon seit 7 Wochen oder so in der Klinik. Sobald ich daheim bin, geraten Mama und ich aneinander. Ich wünsche mich gerade zurück auf meine Station in mein Zimmer, auch, wenn über dieser Psychiatrie ein düsterer Schleier hängt, seit jenem Tag..

Es war ein sonniger Donnerstag Morgen. Kinder spielten im Park, Patienten sonnten sich
und ein Mädchen brachte sich um.
14.5.17 11:52


19

Happy Birthday to me
17.3.17 11:28


Manchmal wünsche ich mir, so viel Älter zu sein. Ich möchte viel Erfahrung gesammelt haben und im Schaukelstuhl auf der Terasse meinen Lebtag genießen. Ich möchte sehen, wie mein Mann gerade auf die Leiter klettert und Kirschen pflückt und der Hund sich im Grase jagt. Oder wo ich genug gespart habe, um mit meiner Liebe Finnland und Amsterdam zu besuchen.
Während ich diesen Text schreibe, sitze ich im Garten am Teich und schaue den Fischen zu, wie sie lustige Blasen an der Wasseroberfläche hinterlassen. Die dichten Gräser kitzeln manchmal ein wenig und die Luft ist frisch und angenehm - es ist Frühling.
Meine Katze sitzt auf dem Zaun und schaut wie ein Löwe über ihr Reich. Es war mir schon immer ein Geheimnis, wie sie dort sitzen kann, auf den spitzen Pfeilern. Im Hintergrund höre ich die sanften Klänge von Ólafur Arnalds, die mit dem Wind verschmelzen. Zu gern hätte ich nun jemanden hier, der mir ein paar Geschichten erzählt, ein Lagerfeuer macht und Gitarre spielt. Zu gern hätte ich jetzt eine Schulter zum Anlehnen hier, um meine Gedanken frei zu lassen und den Tag zu genießen. Um abzuschalten, die Augen zu schließen und tief durchzuatmen und zu wissen, dass jemand da ist, auf den ich mich verlassen kann. Denn momentan wird mein Kopf von Gedanken zerfressen. Bald steht mein Geburtstag an. Am Freitag werde ich ein Jahr älter. Ob ich dann noch daheim bin? Ich hoffe nicht. Ich stehe auf der Warteliste von der Klinik hier in der Gegend und glaube fest daran, dass mir nun endlich geholfen wird. Ich stehe gefühlt 3 Jahre auf so einer Liste, die nicht existiert und wartete sehnsüchtig darauf, dass ich verstanden werde und Hilfe bekomme. Die Tage werden länger, die Natur erwacht. Und für mich ist hoffentlich auch bald die Zeit, um wieder zu erblühen. Bis dahin kauer ich wohl weiter in meiner kleinen Welt und hoffe inständig, dass mich der Prinz auf weißem Rosse befreit.
12.3.17 16:49


1

Ein weiser Mensch sagte einst: "Krankheit spürt man, Gesundheit nicht." Und ich spürte diese Krankheit. Schleichend wie eine Schlange und gar genau so giftig. Reißt mich mit sich und wringt mich aus. Das also ist mein Leben und dies meine Geschichte.

Die Sonne stand tief am Horizont, ringte mit dem dichten Geäst der Bäume und machte Schattenspiele, die man auf dem ganzen Boden als Muster sah. Die Gräser waren in einem warmen Orange getaucht und bewegten sich im Takt des Windes. Nichtmal meine Gitarre konnte den wundervollen Klang der Symphonie der Natur übertreffen. Es war der erste Ferientag. Ich saß am Waldrand und ließ von der Sonne mein Herz erwärmen.
In der Ferne sah ich zwei Mädchen mit einem Hund, der um ihre Beine tanzte. Die Gestalten würdigten mich keinen Blickes. Nur der Hund rannte zu mir und gab mir einen feuchten Stupser mit seiner schwarzen Nase, bis er zurückgerufen wurde. Genau das ist es, was mich stört: Ich bin nicht alleine aber so einsam. Ich stieß einen tiefen Seufzer aus, schulterte meine Gitarre und verschwand mit der Sonne hinter den Bäumen.
Daheim war alles still. Als ich durchs Fenster schaute, sah ich meine Mutter auf dem Sofa sitzen, in einem Meer aus Tränen. Ich hörte ihre Stimme in meinem Kopf die sagte: "Hör auf die ganze Zeit alleine zu sein, sei mehr bei deiner Familie!". Ich denke, eines Tages wird sie verstehen, warum ich lieber für mich war. Das ist nur ein Thema der Akzeptanz.
In meinem Zimmer war alles dunkel. Ich stellte meine Gitarre in die verstaubte Ecke, machte mir ein Bier auf und steckte die Zigarette an. Durch die Schlitze der Rolläden sah ich den Rauch langsam aufsteigen und sich malerisch im Raum verteilen. Ich erinnerte mich daran, wie mein Ex die Vorhänge immer aufmachte, wenn er bei mir war. "Damit du was siehst", sagte er stets. Doch ich sehe alles, was ich sehen will. Es ist alles in meinem Kopf, eine Oase, ein Palast. Meine Therapeutin meinte einst, dass man sich einen Wohlfühlort zum Mitnehmen anlegen sollte und sie hatte recht. Es tat gut, in meiner Welt zu leben. Zwar ist letztendlich das Denken selbst eine der größten Krankheiten, doch wenn ich mich manchmal so umsehe, möchte ich gar nicht gesund sein.
Ich hörte wütende Rufe und laute Schritte und ich wusste, dass meine Mutter einen Anruf von der Schule bekommen hatte. Meine Versetzung war erneut gefährdet. Ich schloss meine Zimmertür zu und presste das Kissen an meine Ohren. Da war sie, die Ohrenbetäubende Stille, die ich hasste. Sie war nicht gesund, nicht hilfreich. Sie war da und war lauter als jede Musik eines Rockkonzertes, auf dem ich je war. Sie umhüllte mich wie ein Mantel aus Dornen, Gab mir einerseits Schutz und andererseits die Krankheit. Depressionen waren es, die mir mein Leben erschwerten oder mich zu dem machten, was ich bin. Ein Schatten. Ein Beobachter des Universums, ein Poet. Aber auch jemand, den man übersieht, den man nicht will. Ich bin eine Nebenwirkung des Lebens. Ich spürte, wie eine Träne sich den Weg über meine Wange bahnte, wischte sie weg und stieg aus dem Fenster. Und nach ein paar Minuten stand ich da, am Bahnübergang. Menschenleer und dunkel ruhte er hier. Ich fragte mich oft, wie viele Menschen hier schon starben und wann ich an der Reihe war. Und mit jedem Mal, wo ich von diesem Ort wieder lebendig gehen konnte, fühlte ich ein wenig Stolz und Mut. Ich lehnte mich an einen Stromkasten und schloss die Augen. "Nemo ante mortem beatus - Niemand ist vor seinem Tode glücklich", flüßterte ich. Denn das ist es, was dort an dem Kasten stand. In Blut geschrieben - meinem Blut.
18.2.17 10:47


 [eine Seite weiter]

Gratis bloggen bei
myblog.de